Praxis & Medizin

Studie aus Deutschland unterstützt Bedeutung von Vitamin D bei COVID-19-Infektionen

Eine aktuelle Kohortenstudie aus Deutschland untermauert die zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bedeutung von Vitamin D bei COVID-19-Infektionen. Die Autoren werteten die Daten der saarländischen ESTHER Studie aus. In der Kohortenstudie wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren der Vitamin D-Status von Patienten erfasst und in Zusammenhang mit der Mortalitätsrate von respiratorischen Erkrankungen gestellt. Insgesamt 9.548 Erwachsene im Alter zwischen 50 bis 75 Jahren nahmen an der Studie teil.

44 % der Teilnehmer wiesen eine Vitamin D-Unterversorgung (30–50 nmol/L) und 15 % einen Vitamin D-Mangel (<30 nmol/L) auf. Somit hatten im Umkehrschluss nur weniger als 50 % der Teilnehmer adäquate Vitamin D-Spiegel. Im Vergleich zu Patienten mit einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel nahm das Risiko, bei einer Vitamin D-Unterversorgung einen tödlichen Verlauf bei einer respiratorischen Erkrankung zu entwickeln, um das 2,1-fache zu. Bei einem Vitamin D-Mangel stieg das Risiko um das dreifache. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass das Risiko bei Frauen, die eine Vitamin D-Unterversorgung oder einen Mangel aufwiesen, höher war als bei Männern.

Die Autoren schlussfolgern, dass ein optimaler Vitamin D-Status tödliche Verläufe bei respiratorischen Erkrankungen reduzieren kann und somit in der COVID-19-Pandemie eine wichtige Rolle in der Prävention einnehmen könnte. Insbesondere Frauen könnten von einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel profitieren.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Brenner H, Holleczek B, Schoettker B.
Vitamin D insufficiency and deficiency and mortality from respiratory diseases in a cohort of older adults: potential for limiting the death toll during and beyond the COVID-19 pandemic
Nutrients 8/2020; 12(8): 2488.